Die Badewanne war jahrzehntelang das Herz jedes Badezimmer-Sanierungs in Bremen. Heute sieht das anders aus: Immer mehr Eigentümer entscheiden sich dafür, die alte Wanne zu entfernen und an ihrer Stelle eine moderne Dusche einzubauen. Die Gründe sind so unterschiedlich wie die Familien selbst: Mehr Komfort, mehr Platz, weniger Wasserverbrauch, leichterer Einstieg im Alter oder einfach der Wunsch nach einem zeitgemäßen Bad.
In diesem Artikel zeigen wir Ihnen aus unserer Praxis als Fachbetrieb in Bremen, wann sich der Umbau wirklich lohnt, was dabei zu beachten ist und welche Schritte nötig sind. Wir konzentrieren uns auf den Umbau im Bestand, also auf die ehrliche Frage: Was passiert im vorhandenen Bad, wenn die Wanne raus und die Dusche rein soll? Wer mehr zur generellen Bad-Renovierung wissen will, findet ergänzende Informationen in unserem Artikel zu Badezimmer renovieren.
Warum Eigentümer die Badewanne durch eine Dusche ersetzen
Mehr Platz im Bad durch kompaktere Dusche
Leichterer Einstieg im Alter ohne Stolperkante
Geringerer Wasserverbrauch im Alltag
Schnellere Nutzung im Alltag
Der häufigste Grund, den wir bei Beratungen in Bremen hören: Die Wanne wird einfach nicht mehr genutzt. Familien duschen meistens, baden vielleicht noch einmal im Monat. Im hektischen Alltag bleibt die Wanne oft ungenutzt und verschwendet Platz. Für ältere Eigentümer kommt ein anderer Aspekt dazu: Der hohe Wannenrand wird mit den Jahren zur Stolperkante. Eine bodengleiche Dusche ist hier deutlich sicherer.
Wann ist der Umbau einfach?
Ehrlich gesagt: Nicht jeder Umbau ist gleich aufwendig. Wenn Sie wissen wollen, was Sie erwartet, hilft eine erste Einschätzung auf Basis von ein paar Fragen:
| Situation | Aufwand | Hinweis |
|---|---|---|
| Wanne vor einer geraden Wand, gleicher Anschluss-Bereich | Gering bis mittel | Standardfall, gut planbar |
| Wanne in einer Nische passend zur neuen Dusche | Gering | Idealfall, Nische bleibt Dusche |
| Wanne muss mit der Wand entfernt werden | Mittel bis hoch | Mehr Fliesenarbeit, neue Wand |
| Abfluss muss verlegt werden | Hoch | Eingriff in Bodenaufbau, ggf. Pumpe nötig |
| Bodengleiche Dusche über bestehende Decke | Hoch | Nur mit ausreichendem Aufbauhöhe möglich |
| In Mietwohnung mit Vermieter-Abstimmung | Variabel | Erst Genehmigung prüfen |
Der ideale Fall: Die Badewanne steht in einer rechteckigen Nische, der Abfluss liegt schon dort, wo die Dusche hinkommen soll, und der Bodenaufbau hat genug Höhe für ein Duschelement oder einen abgesenkten Bereich. In diesem Fall ist der Umbau in einer Woche oder weniger machbar.
Was muss vor dem Umbau geprüft werden?

- Aufbauhöhe des Bodens: Für eine bodengleiche Dusche brauchen Sie etwa 8 bis 13 cm Aufbauhöhe unter dem Fertigboden. Wenn der Estrich zu dünn ist, muss anders geplant werden.
- Position des Abflusses: Wo lag die Wanne, wo soll die Dusche hin? Wenn der Abfluss verlegt werden muss, ist das der größte Aufwand.
- Wandfliesen: Werden die alten Fliesen rund um die ehemalige Wanne weiter verwendet, oder werden ohnehin neue verlegt? Bei Tausch nur an der Wand entstehen oft Anschlussprobleme zu den vorhandenen Fliesen.
- Wanddurchbruch oder neue Wand: Falls die Dusche eine andere Form als die alte Wanne hat, können Wände abgebaut oder neu erstellt werden müssen.
- Abdichtung: Eine bodengleiche Dusche braucht eine fachgerechte Abdichtung nach DIN. Im Bestand muss diese komplett neu aufgebaut werden.
- Lueftung und Heizung: Die Dusche im selben Raum ändert das Feuchtigkeitsverhalten. Prüfen Sie, ob die Lüftung ausreicht.
- Anschluesse: Wasser und Abfluss müssen am neuen Standort vorhanden oder erreichbar sein.
Praxistipp aus Bremen
- In vielen Bremer Altbauten ist die Aufbauhöhe das größte Hindernis. Wer eine bodengleiche Dusche wünscht, sollte vorher prüfen lassen, ob das möglich ist. Bei zu dünner Decke sind alternative Lösungen wie Duschelemente mit niedrigem Rand oder Hebepumpen denkbar.
- Ein erster Termin vor Ort gibt Ihnen Klarheit, bevor Sie planen oder beauftragen.
Welche Dusche kommt an die Stelle der Wanne?
Es gibt mehrere Lösungen, je nach Aufwand und Wunsch:
Bodengleiche Dusche (Walk-in)
- Modernste Lösung, kein Stolperrand
- Sehr pflegeleicht, weil keine Stolperkante zu reinigen
- Optisch sehr ruhig und großzügig
- Brauche ausreichende Aufbauhöhe für Duschelement und Abfluss
- Ideal für Familien und für ältere Bewohner
Dusche mit niedrigem Einstieg (Ablaufrinne im Element)
- Etwa 5 bis 8 cm Einstiegshoehe
- Geringerer Aufwand als bodengleich
- Auch im Bestand mit knapper Aufbauhoehe machbar
- Kompromiss zwischen Komfort und Aufwand
Dusche mit Duschtasse
- Klassischer Lösungsweg, niedrige Duschtasse aus Kunststoff oder Stein
- Einfacher Einbau, keine Abdichtung des gesamten Bodens
- Niedrigster Aufwand, oft die schnellste und günstigste Lösung
- Optisch nicht so modern wie bodengleich
Dusche-Wanne-Kombination
- Spezielle Wanne mit ebenem Einstieg und Duschbereich
- Wer die Badewannenoption nicht ganz aufgeben möchte
- Etwas teurer und aufwendiger
Wie viel Platzgewinn bringt der Umbau wirklich?

Eine Standard-Badewanne misst etwa 170 x 75 cm und nimmt damit 1,28 m² ein. Eine kompakte Dusche kann dieselbe Fläche oder weniger einnehmen. Konkret:
| Lösung | Flächenbedarf | Platzgewinn vs. Wanne |
|---|---|---|
| Standardwanne 170×75 | 1,28 m² | 0 |
| Walk-in Dusche 120×90 | 1,08 m² | +0,20 m² |
| Walk-in Dusche 100×100 | 1,00 m² | +0,28 m² |
| Walk-in Dusche 90×90 | 0,81 m² | +0,47 m² |
| Eckdusche 90×90 | 0,81 m² | +0,47 m² |
Klingt nicht nach viel, ist aber im Bad sehr spürbar. Gewonnene 30 bis 40 cm Länge an der vorherigen Wannenseite können für einen schmalen Schrank, ein Hochbeet für Pflanzen oder einfach mehr Bewegungsfreiheit genutzt werden.
Praxistipp: Nicht zu klein wählen
- Eine zu kleine Dusche wird im Alltag schnell unbequem. Wir empfehlen mindestens 90 x 90 cm, lieber 100 x 100 cm oder größer. Wer Platz hat, kann auch 120 x 90 cm wählen, was deutlich mehr Komfort bringt.
- Eine Dusche, die kleiner als die alte Wannenfläche ist, schafft viel Platz an einer Seite, der später wertvoll ist.
Wie läuft der Umbau ab?
Der Umbau folgt einer klaren Reihenfolge:
- Wasser abstellen: Vor allen Arbeiten wird das Wasser zurück zur Hauptverteilung abgesperrt.
- Wanne demontieren: Ablaufgarnitur entfernen, Silikonfugen aufschneiden, Wanne herausnehmen. Bei eingebauten Wannen muss die Wannenverkleidung aufgebrochen werden.
- Fliesen entfernen: Im Bereich der ehemaligen Wanne werden Wandfliesen entfernt, oft auch ein Streifen darüber, damit der Anschluss zum neuen Bereich sauber wird.
- Bodenaufbau prüfen: Der Estrich wird inspiziert. Bei Bedarf wird er teilweise abgetragen, um Platz für das Duschelement zu schaffen.
- Anschluesse anpassen: Wasserzulauf und Abfluss werden an die neue Position angepasst.
- Abdichtung: Boden und unterer Wandbereich werden mit einer flüssigen Dichtbahn abgedichtet, fachgerecht nach Norm.
- Duschelement einbauen: Das Duschelement (mit Gefälle und Ablaufrinne) wird gesetzt und ausgerichtet.
- Fliesen verlegen: Boden und Wand werden gefliest. Anschlussfliesen zur vorhandenen Bestandsfliese passend ausgewählt.
- Verfugen und Abdichten: Fugen werden geschlossen, Silikonfugen an Übergängen sauber gezogen.
- Glasabtrennung montieren: Eine feste Glasscheibe oder eine Tür wird angebracht.
- Sanitär-Endmontage: Mischer, Brausekopf, Stange werden montiert.
- Prüfung: Druckprüfung, Funktionsprüfung, Abnahme.
Für einen Standardumbau dauert das in der Regel 5 bis 10 Werktage. Bei einfachen Situationen kann es auch schneller gehen, bei aufwendigeren länger.
Was kostet die Umstellung von Wanne auf Dusche?

Die Kosten hängen vom Aufwand ab. Hier eine realistische Übersicht für Bremen und Umgebung:
| Lösung | Kosten (ca.) |
|---|---|
| Dusche mit Duschtasse, Standardumbau | 2.500 bis 4.500 Euro |
| Dusche mit niedrigem Einstieg (Element) | 3.500 bis 6.000 Euro |
| Bodengleiche Dusche im Bestand | 4.500 bis 8.000 Euro |
| Bodengleiche Dusche mit Abflussverlegung | 6.000 bis 10.000 Euro |
| Komplette Bad-Renovierung mit Wannentausch | 8.000 bis 18.000 Euro |
Die Preise sind realistische Orientierungswerte und beinhalten Demontage der Wanne, Vorbereitung des Untergrunds, Abdichtung, Einbau der Dusche, Fliesenanschlüsse und Sanitär-Endmontage. Nicht enthalten sind weitere Sanierungsarbeiten, falls auch andere Bereiche des Bades erneuert werden sollen.
Wann ist der Umbau besonders sinnvoll?
| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Wanne wird nicht mehr genutzt | Stark empfohlen |
| Ältere Bewohner, Stolperkante problematisch | Sehr empfohlen |
| Bad ohnehin renovierungsbedürftig | Idealer Zeitpunkt |
| Mehr Platz im Bad gewünscht | Empfohlen |
| Familie mit kleinen Kindern | Schwierig, Wanne oft noch gewuenscht |
| Haus soll bald verkauft werden | Mit Bedacht (Preisaufschlag oft moderat) |
| Mietobjekt | Vermieter muss zustimmen |
Wann sollten Sie die Wanne behalten?
Es gibt auch gute Gründe, die Wanne zu behalten:
- Familien mit kleinen Kindern, die Babys und Kleinkinder gerne baden
- Wer aus gesundheitlichen Gründen gerne badet (Muskelentspannung, Therapie)
- Wenn das Bad ohnehin schon eine separate Dusche hat
- Wenn der Wannentausch sehr aufwendig wäre und es eine kostengünstigere Alternative gibt
- Wenn bei einem späteren Verkauf eine Wanne als Standard erwartet wird
Für einige Käufer ist eine Wohnung ohne Wanne nicht akzeptabel. In manchen Fällen kann der Verzicht auf die Wanne den Verkaufswert leicht reduzieren. Wer aber selbst dauerhaft im Haus wohnt, sollte sich an eigenen Bedurfnissen orientieren.
Typische Fehler beim Umbau
Aufbauhöhe unterschätzt
Eine bodengleiche Dusche braucht ausreichend Platz unter dem Fertigboden. Wer das nicht vorher prüft, steht vor einer unangenehmen Überraschung. Im Bremer Altbau ist das ein häufiges Thema.
Abdichtung halbherzig
Eine bodengleiche Dusche steht und fällt mit der Abdichtung. Wer hier spart oder nicht fachgerecht arbeitet, riskiert Wasserschäden im Boden und in der Decke des Nachbarn unter Ihnen.
Fliesenanschluss ignoriert
Wenn die alten Fliesen rund um die Wanne bleiben sollen, muss die neue Dusche fliesentechnisch passen. Oft ist das schwierig, weil moderne Formate nicht mit alten Mustern zusammenpassen. Eine Teilfliesung kann optisch unschön wirken.
Zu kleine Dusche
Wer aus Platzgründen eine sehr kleine Dusche wählt, ärgert sich später im Alltag. Lieber eine Größe mehr wählen, wenn der Platz vorhanden ist.
Lüftung unterschätzt
Eine Dusche produziert mehr Feuchtigkeit als eine Wanne. Wenn die Lüftung im Bad nicht ausreicht, drohen Schimmelprobleme. Bei Bedarf eine Lueftungsanlage ergänzen.
Glasabtrennung vergessen
Ohne Glasabtrennung spritzt das Wasser ins ganze Bad. Eine feste oder klappbare Glasscheibe gehört zu jeder Walk-in-Dusche dazu.
Wie wir vorgehen
- Vor-Ort-Besichtigung: Wir schauen uns Ihr Bad an, messen die Aufbauhöhe und besprechen Ihre Vorstellungen.
- Beratung zur passenden Lösung: Wir empfehlen die Variante, die zu Ihrem Bad und Ihrem Budget passt.
- Angebot: Sie erhalten ein transparentes Angebot mit allen Positionen.
- Demontage: Wanne, Verkleidung und Fliesen werden sauber entfernt.
- Anschluesse anpassen: Wasser und Abfluss werden zur neuen Dusche geführt.
- Abdichtung: Flüssige Dichtbahn nach Norm aufgetragen.
- Duschelement einbauen: Bodengleich oder mit niedrigem Einstieg, je nach Wahl.
- Fliesenarbeiten: Wand und Boden werden gefliest und sauber an die vorhandenen Fliesen angeschlossen.
- Sanitär-Endmontage: Mischer, Brause, Glasabtrennung.
- Prüfung und Abnahme: Funktionsprüfung und gemeinsame Abnahme.
Häufig gestellte Fragen zum Umbau Wanne zu Dusche
Was kostet es, eine Wanne durch eine Dusche zu ersetzen?
Mit Duschtasse 2.500 bis 4.500 Euro, mit niedrigem Element 3.500 bis 6.000 Euro, bodengleich im Bestand 4.500 bis 8.000 Euro. Bei zusätzlicher Abflussverlegung entsprechend mehr.
Wie lange dauert der Umbau?
Für einen Standardumbau 5 bis 10 Werktage, je nach Aufwand und Materialien. Bei einfachen Situationen schneller, bei komplexen Eingriffen entsprechend länger.
Brauche ich eine Genehmigung?
Bei Eigentümern in der Regel nicht. In Eigentumswohnungen kann die Eigentümergemeinschaft betroffen sein, wenn Wasser- oder Abwasserleitungen geändert werden. Bei Mietwohnungen brauchen Sie die schriftliche Zustimmung des Vermieters.
Kann ich eine bodengleiche Dusche im Altbau einbauen?
Ja, wenn die Aufbauhöhe ausreicht (etwa 8 bis 13 cm unter Fertigboden). Bei zu dünnem Estrich gibt es Alternativen: niedriger Einstieg statt vollkommen bodengleich, oder Hebepumpe für den Abfluss.
Was passiert mit den Fliesen rund um die Wanne?
Sie müssen meist erneuert oder ausgebessert werden. Wer die alten Fliesen behalten möchte, muss mit Anschlussproblemen rechnen. Oft ist es einfacher, im Wandbereich um die Dusche neu zu fliesen.
Muss ich auf die Wanne komplett verzichten?
Wenn Sie die Wanne behalten möchten, können Sie eine kleinere Wanne einbauen oder eine Dusche-Wanne-Kombination wählen. Das hängt vom verfügbaren Platz ab.
Lohnt sich der Umbau für die Wertsteigerung?
Ein modernes Bad steigert den Wert der Immobilie immer. Ob die Investition direkt über den Verkaufspreis zurückkommt, hängt vom Einzelfall ab. Wer im Haus wohnen bleibt, profitiert vom täglichen Komfort.
