Die Familie wird größer, ein Kind braucht ein eigenes Zimmer, das Homeoffice soll nicht mehr im Schlafzimmer stattfinden, oder eine alte Wohnung soll besser nutzbar werden: Es gibt viele Gründe, einen vorhandenen Raum zu teilen. Statt umzuziehen oder eine kostspielige Umbaumassnahme zu starten, ist eine Trockenbauwand häufig die schnellste, sauberste und günstigste Lösung.
In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wann es sinnvoll ist, einen Raum mit Trockenbau zu teilen, was dabei zu beachten ist und wo die Grenzen dieser Massnahme liegen. Aus unserer Praxis als Fachbetrieb in Bremen und Umgebung kennen wir die typischen Wohnsituationen, in denen eine Raumteilung den Alltag deutlich verbessert.
Warum überhaupt Räume teilen?

Viele ältere Wohnungen und Häuser in Bremen haben einen ungewohnten Grundriss: zu wenige, dafür oft sehr große Zimmer, lange Durchgangsräume oder Wohnzimmer, in denen mehr Platz steckt, als die Bewohner brauchen. Eine Raumteilung schafft hier echten Mehrwert.
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Typische Wohnsituationen, in denen eine Trockenbauwand den Unterschied macht:
- Aus einem 30 m² großen Wohnzimmer wird ein Wohnbereich plus Arbeitszimmer
- Ein großes Schlafzimmer wird in zwei Kinderzimmer geteilt
- Ein Durchgangsraum wird in zwei separate, ruhige Bereiche getrennt
- Ein Schlafzimmer bekommt einen abgetrennten Ankleidebereich
- Ein offenes Loft wird strukturiert, damit Bereiche klarer werden
- Ein Vermieter schafft aus einer 3-Zimmer-Wohnung eine attraktivere 4-Zimmer-Wohnung
Warum Trockenbau die richtige Wahl ist
Die Alternative wäre eine gemauerte Wand. In der Praxis ist das in den meisten Wohnsituationen unsinnig. Eine Trockenbauwand bietet entscheidende Vorteile:
| Kriterium | Trockenbau | Gemauerte Wand |
|---|---|---|
| Bauzeit (Wand mit Tür) | 2 bis 3 Tage | 1 bis 2 Wochen |
| Lärm und Schmutz | Gering | Erheblich |
| Trocknungszeit | Keine (nur Spachtel) | Mehrere Wochen |
| Statische Belastung | Sehr leicht (ca. 25 kg/m²) | Schwer, Statik prüfen |
| Rückbau später | Problemlos möglich | Aufwendig, viel Schutt |
| Schallschutz | Sehr gut bei richtigem Aufbau, siehe Schallschutz im Altbau verbessern | Gut durch Masse |
| Eingriff in die Bausubstanz | Minimal | Spürbar |
Gerade in Bremer Mehrfamilienhäusern und Altbauwohnungen sind die Decken oft nicht für das Gewicht einer gemauerten Wand ausgelegt. Trockenbau ist hier nicht nur die schnellere, sondern in vielen Fällen die einzig sinnvolle Variante. Wenn Sie tiefer in die Kosten einsteigen möchten, finden Sie alle Details in unserem Artikel zu Trockenbau Kosten.
Wann sollten Sie einen Raum nicht mit Trockenbau teilen?
Trockenbau kann viel, aber nicht alles. In manchen Situationen ist eine Raumteilung mit Trockenbau nicht die richtige Entscheidung. Wir sind ehrlich: Wir empfehlen sie nicht in folgenden Fällen:
Der neue Raum hätte kein Fenster
Wer einen Raum so teilt, dass eine Hälfte ohne Tageslicht dasteht, schafft keinen vollwertigen Wohnraum. Zimmer ohne Fenster sind als Schlafzimmer oder Kinderzimmer nicht zulässig und fühlen sich auch für kurze Aufenthalte unangenehm an. Prüfen Sie die Fensterverteilung vor jeder Planung.
Die Räume würden zu klein
Ein Kinderzimmer braucht sinnvollerweise mindestens 8 bis 10 m², ein Schlafzimmer ebenfalls. Wer ein 14 m² Wohnzimmer teilt, schafft zwei nicht wirklich nutzbare Schlauchräume. Vor der Teilung muss klar sein, dass beide Hälften alltagstauglich bleiben.
Die Heizung ist ungleich verteilt
Wenn der Heizkörper nur in einer Hälfte sitzt, bleibt die andere kalt. Ein zusätzlicher Heizkörper ist machbar, kostet aber Zeit und Geld. Das gehört in die Planung.
Lüftung wird unmöglich
Ein abgeteilter Raum braucht eine Möglichkeit zu lüften. Ohne öffenbares Fenster und ohne Lüftungssystem droht Schimmel. Das ist insbesondere in dichten Altbauwohnungen ein Thema.
Mietwohnung ohne Genehmigung
Mieter dürfen ohne Zustimmung des Vermieters keine baulichen Veränderungen vornehmen. Eine Trockenbauwand ist zwar rückbaubar, aber rechtlich trotzdem ein Eingriff. Holen Sie vorher die schriftliche Zustimmung ein.
Eine Trockenbauwand richtig planen: Der Ablauf

Eine gute Raumteilung beginnt nicht mit der Wand, sondern mit der Planung. Folgende Punkte sollten vor dem ersten Profil geklärt sein:
1. Lage der Wand festlegen
Wo soll die Wand stehen? Die Position bestimmt alles: Lichteinfall, Raumgrößen, Bewegungsflächen, Türposition. In der Praxis lohnt es sich, die geplante Wand mit Kreppband auf dem Boden zu markieren und ein paar Tage so zu leben. Oft merkt man erst dann, ob die Position wirklich passt.
2. Türposition und Türrichtung
Die Tür ist der wichtigste Punkt der neuen Wand. Sie bestimmt, wie natürlich der Raum erschlossen wird. Öffnet die Tür in den richtigen Raum? Steht sie nicht im Weg von Möbeln? Bleibt genug Platz davor? Eine ungünstige Türposition macht jeden Raum unbrauchbar.
3. Schalldämmung mitdenken
Eine Wand zwischen Schlafzimmer und Wohnzimmer sollte einen guten Schallschutz haben. Eine Wand zwischen Ankleidezimmer und Schlafzimmer braucht weniger. Die Anforderung entscheidet über Aufbau und Kosten.
4. Elektrik und Steckdosen
Wo werden Schalter, Steckdosen, eventuell ein Lichtauslass an der Decke gebraucht? Diese Punkte werden vor der Beplankung gesetzt, später sind sie nur mit Aufwand nachzurüsten.
5. Heizung prüfen
Bekommt jeder neue Raum einen Heizkörper? Wenn nicht, ist eine Erweiterung der Heizung nötig. Bei Fußbodenheizung ist das schwieriger, weil eine separate Steuerung nötig ist.
6. Bodenbelag und Sockelleisten
Wie wird die Wand sauber an den vorhandenen Boden angeschlossen? Bei Vinyl, Laminat oder Parkett ist meist ein zusätzlicher Schnitt nötig, bei Fliesen kann eine Sockelleiste den Übergang verstecken.
Praxistipp: Erst leben, dann bauen
- Markieren Sie die geplante Wand mit Kreppband oder einer leichten Pappkonstruktion und lassen Sie sie ein paar Tage stehen. So spüren Sie, ob die Aufteilung wirklich funktioniert.
- Prüfen Sie Licht, Möblierungsmöglichkeiten und Bewegungsflächen tatsächlich vor Ort statt nur am Plan.
Schallschutz: Das wichtigste Detail bei Trockenbauwaenden im Wohnbereich

Die häufigste Beschwerde nach einer schlecht geplanten Raumteilung lautet: "Man hört alles." Und das ist wahr: Eine einfache Trockenbauwand ohne Dämmung im Hohlraum ist akustisch praktisch nicht vorhanden. Stimmen, Fernseher, Musik dringen durch.
Wer eine Trockenbauwand zwischen Schlafzimmer und Wohnzimmer, zwischen zwei Kinderzimmern oder zwischen Homeoffice und Wohnbereich plant, sollte unbedingt auf einen schallgedämmten Aufbau achten:
| Aufbau | Schallschutz (ca.) | Empfohlen für |
|---|---|---|
| Einfach beplankt, ohne Dämmung | Schwach | Nur Trennung von Funktionsbereichen (z. B. Vorraum) |
| Einfach beplankt mit Mineralwolle | Mittel (ca. 41 dB) | Trennung Wohnbereich / Flur |
| Doppelt beplankt mit Mineralwolle | Gut (ca. 50 dB) | Schlafzimmer / Kinderzimmer |
| Doppelt beplankt, breitere Ständer, Dämmung | Sehr gut (55 dB+) | Homeoffice, Heimkino, Rückzugsraum |
Wichtig ist auch die Entkopplung an Boden und Decke (mit Dichtungsband) und die saubere Verspachtelung aller Fugen, damit kein Schall durch Spalten dringt. Ein guter Schallschutz kostet etwas mehr, ist aber jeden Cent wert.
Decke und Boden: Was passiert beim Einbau?
Eine Trockenbauwand wird in der Regel direkt an Boden, Decke und einer vorhandenen Wand befestigt. Das hat Auswirkungen, die in die Planung gehören:
- Decke: Der obere Anschluss wird in die vorhandene Decke gebohrt. Bei abgehangenen Decken oder dekorativem Stuck ist höhere Sorgfalt nötig. In manchen Fällen lohnt sich gleich eine abgehangene Decke in einem oder beiden neuen Räumen, etwa um Leitungen zu verbergen oder die Raumhöhe anzupassen.
- Boden: Der untere Anschluss wird auf den vorhandenen Bodenbelag gesetzt. Bei Vinyl oder Laminat wird die Wand auf den Belag gestellt. Bei Fliesen oder Parkett kann eine direkte Befestigung sinnvoll sein. In jedem Fall: Ein Dichtungsband zwischen Wand und Boden verhindert Trittschallübertragung.
- Vorhandene Wand: Der seitliche Anschluss erfolgt mit Schrauben in das vorhandene Mauerwerk. Bei massiven Wänden ist das problemlos, bei alten Putzwänden manchmal aufwändiger.
Was kostet es, einen Raum mit Trockenbau zu teilen?
Die Kosten hängen vom Umfang ab. Eine Beispielrechnung für eine typische Raumteilung in einer Bremer Wohnung: Wand 4 m breit, 2,70 m hoch, mit Tür, gedämmt, doppelt beplankt, inkl. Spachteln und Schleifen.
| Position | Kosten (ca.) |
|---|---|
| Trockenbauwand mit Schalldämmung (ca. 10,8 m²) | 700 bis 1.100 Euro |
| Türausschnitt mit Zarge | 200 bis 350 Euro |
| Innentür (Standardqualität) | 150 bis 350 Euro |
| Spachteln und Schleifen Q3 | 130 bis 220 Euro |
| Elektroinstallation (2 Steckdosen, 1 Schalter, 1 Lichtauslass) | 200 bis 400 Euro |
| Malerarbeiten beider neuer Räume | 300 bis 600 Euro |
| Gesamt | 1.680 bis 3.020 Euro |
Die genauen Kosten hängen vom Zustand des Raums, der gewünschten Tür und der Schallschutzanforderung ab. Im Rahmen einer größeren Altbausanierung sind diese Arbeiten oft Teil eines Gesamtpakets und damit wirtschaftlicher.
In welcher Reihenfolge laufen die Arbeiten?
Bei einer Raumteilung gibt es eine sinnvolle Reihenfolge, die wir aus der Praxis empfehlen. Mehr zur generellen Abfolge bei größeren Vorhaben finden Sie in unserem Artikel zur richtigen Reihenfolge bei einer Haussanierung.
- Vor-Ort-Besichtigung und Planung der Wandposition
- Räumen des Raums, Möbel schützen oder ausquartieren
- Bodenbelag im Bereich der neuen Wand prüfen und ggf. anpassen
- Metallständerwerk an Boden, Decke und Wand befestigen
- Elektrische Leitungen verlegen (Steckdosen, Schalter, Lichtauslass)
- Schalldämmung in die Hohlräume einlegen
- Beplankung mit Gipskartonplatten
- Türzarge einbauen
- Spachteln und Schleifen (Qualitätsstufe Q3)
- Streichen oder Tapezieren beider Räume
- Türblatt einhängen, Sockelleisten und Schalterabdeckungen montieren
Typische Fehler bei der Raumteilung mit Trockenbau
Schalldämmung weggelassen
Der häufigste Fehler. Eine Wand ohne Dämmung im Hohlraum ist akustisch unwirksam. Sparen Sie nicht an der Mineralwolle.
Tür in die falsche Richtung
Die Tür öffnet zur Wand statt zum Raum, blockiert ein Lichtschalter oder ein Bett. Solche Fehler lassen sich nachher nicht leicht korrigieren.
Lichtsituation nicht bedacht
Ein neuer Raum ohne Tageslicht ist kein Wohnraum. Wer das nicht im Vorfeld prüft, schafft sich eine Abstellkammer statt eines Zimmers.
Heizung vergessen
Der Heizkörper sitzt im falschen Raum oder fehlt im neuen ganz. Ein nachträgliches Erweitern der Heizungsanlage ist immer aufwändig.
Steckdosen nur einseitig
Es wird vergessen, dass beide Seiten der Wand Strom brauchen. Spätere Nachrüstung ist umständlich, weil die geschlossene Wand wieder geöffnet werden muss.
Trockenbau in Mietwohnungen: Was ist erlaubt?
Mieter wenden sich häufig mit der Frage an uns, ob sie als Mieter eine Raumteilung selbst beauftragen dürfen. Die kurze Antwort: nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Vermieters und meist nur, wenn die Wand später wieder rückgebaut wird.
Wichtige Punkte für Mieter
- Holen Sie sich die schriftliche Zustimmung des Vermieters, bevor Sie planen oder beauftragen.
- Klären Sie, ob die Wand bei Auszug zurückgebaut werden muss oder bleiben darf.
- Lassen Sie die Arbeiten von einem Fachbetrieb ausführen. Selbstgebaute Wände können bei Bauschäden zum Problem werden.
- Dokumentieren Sie den Zustand vor und nach den Arbeiten mit Fotos.
Häufig gestellte Fragen zur Raumteilung mit Trockenbau
Wie lange dauert es, einen Raum mit Trockenbau zu teilen?
Für eine durchschnittliche Trockenbauwand mit Tür, Schalldämmung und Verspachtelung benötigt ein erfahrenes Team etwa 2 bis 3 Tage. Dazu kommen ggf. Trocknungszeiten für den Spachtel und das anschließende Streichen, sodass das Gesamtprojekt in 4 bis 6 Tagen abgeschlossen ist.
Wie viel Schallschutz bietet eine Trockenbauwand?
Eine fachgerecht gebaute, doppelt beplankte Trockenbauwand mit Mineralwolldämmung erreicht einen Schallschutz von etwa 50 dB. Das ist ausreichend, um Stimmen, Fernsehton und normale Wohngeräusche spürbar zu dämpfen. Eine einfache, ungedämmte Wand bietet praktisch keinen Schallschutz.
Kann man jede Wand später wieder zurückbauen?
Ja. Trockenbauwaende lassen sich vergleichsweise einfach demontieren. Es bleibt etwas Aufwand für das Nacharbeiten der angrenzenden Wände, des Bodens und der Decke. Im Vergleich zu einer gemauerten Wand ist der Rückbau aber unkompliziert.
Brauche ich eine Genehmigung, um einen Raum zu teilen?
Bei Eigentümern in der Regel nicht, solange keine tragenden Wände betroffen sind und der Grundriss nicht baurechtlich relevant geändert wird. Bei Eigentumswohnungen kann die Teilungserklärung Vorgaben enthalten. Mieter brauchen die Zustimmung des Vermieters.
Wie schwer ist eine Trockenbauwand?
Eine doppelt beplankte Trockenbauwand mit Dämmung wiegt etwa 50 bis 60 kg pro Quadratmeter. Das ist deutlich weniger als eine gemauerte Wand und stellt für normale Decken in Wohngebauden kein Problem dar.
Kann man an einer Trockenbauwand schwere Sachen aufhängen?
Ja. Für leichte Lasten reichen Hohlraumdübel. Für schwere Gegenstände wie Fernseher, Hängeschränke oder Regale werden bei der Montage Holzeinlagen oder UA-Profile in die Wand eingebaut. Das sollte vor dem Schließen der Wand geplant werden.
Was kostet eine einfache Raumteilung mit Trockenbau ungefähr?
Für eine durchschnittliche Trockenbauwand mit Tür, Schalldämmung, Elektrik und Malerarbeiten in beiden neuen Räumen sollten Sie mit etwa 1.700 bis 3.000 Euro rechnen. Der genaue Preis hängt von der Wandlänge, der Schallschutzanforderung und der Ausstattung ab.
