Neue weiße Innentür mit Umfassungszarge in einem hellen Flur einer Bremer Wohnung nach Austausch

Türen austauschen Kosten: Was der Wechsel wirklich kostet

Alte, knarzende, schief hängende oder schlicht veraltete Innentüren sind in vielen Bremer Bestandsimmobilien das erste, was bei einer Modernisierung ins Auge sticht. Neue Türen bringen schlagartig mehr Frische in das Haus und verbessern fast immer auch die Akustik, den Lichteinfall und den Schallschutz. Die Frage ist nur: Was kosten neue Türen realistisch, welche Zargenart passt in welche Wand und wann lohnt sich ein Austausch überhaupt? Dieser Artikel gibt eine ehrliche Antwort mit klaren Preisrahmen für Bremen und Umgebung, Stand 2025/2026.

Wann sich der Austausch einer Innentür wirklich lohnt

Alte, abgenutzte Innentür mit Kratzern und vergilbter Farbe in einem Bremer Bestandshaus vor dem Austausch

Nicht jede alte Innentür muss raus. In manchen Fällen ist eine Instandsetzung die sinnvollere und günstigere Lösung. In anderen Fällen ist ein Austausch überfällig und lohnt sich sofort. Die Entscheidung hängt vom Zustand der Tür, der Zarge und der Wand ab. Drei typische Situationen zeigen das gut:

  • Oberfläche beschädigt, Tür und Zarge intakt: Hier reichen oft schon Schleifen und neu Lackieren. Kosten gering, Aufwand überschaubar. Ein Austausch ist nicht nötig.
  • Türblatt verzogen, ausgehängt oder Scharniere ausgeschlagen: Das Türblatt tauschen, Zarge bleibt drin. Die mittlere Lösung, häufig bei Häusern aus den 1980ern und 90ern.
  • Zarge schief, beschädigt oder optisch veraltet: Kompletter Austausch. Neue Tür, neue Zarge, neue Optik. Das ist die ehrlichste Lösung bei einer umfassenden Modernisierung.

Wer sich unsicher ist, öffnet und schließt jede Tür bewusst ein paar Mal, prüft, ob sie schleift, ob der Bodenabstand gleichmäßig ist und ob die Zarge wackelt. Schon dieser kleine Check zeigt in den meisten Fällen, wo wirklich gehandelt werden muss.

Standardmaße: Was Ihnen der Baumarkt verkauft

Drei verschiedene Innentüren als Muster in einem Bremer Fachhandel zum Vergleich von Oberflächen

Innentüren werden in Deutschland nach DIN 18101 standardisiert. Die häufigsten Türbreiten sind 610, 735, 860, 985 und 1110 mm. Die Standardhöhe beträgt 1985 mm, seltener 2110 mm in modernen Wohnungen mit höheren Räumen. Wenn Sie im Baumarkt oder Fachhandel eine Standardtür kaufen, liegt sie in einer dieser Größen. Beim Türblatt selbst ist das Maß etwa 4 mm geringer als das sogenannte Baurichtmaß, damit es sauber in die Zarge passt.

Diese Standardisierung erleichtert den Austausch, wenn das Haus aus einer neueren Bauzeit stammt, in der auch nach DIN gebaut wurde. In Bremen betrifft das vor allem Gebäude ab etwa 1960. Ältere Häuser und Altbauten aus der Gründerzeit haben oft ganz eigene Maße, die nicht zur heutigen DIN passen.

Altbau und krumme Maße: das leidige Thema

Alte Blockzarge in einem Bremer Altbau mit dicker Wand und sichtbaren Putzschichten nach Entfernung der Tür

Wer einen Bremer Altbau modernisiert, hat mit den Türmaßen oft eine eigene Baustelle. Damals wurde nach historischen oder regionalen Maßstäben gebaut, die heute nicht mehr zum DIN-Raster passen. Typische Situationen:

  • Türöffnungen sind breiter (zum Beispiel 900 oder 930 mm) oder höher (bis 2200 mm)
  • Die Wände sind deutlich dicker, teilweise 30 bis 40 cm
  • Die Öffnungen sind unregelmäßig, weil der alte Putz mit der Zeit nachgegeben hat
  • Alte Blockzargen stecken fest im Mauerwerk und lassen sich nur mit Aufwand entfernen

Das bedeutet: Standardtüren aus dem Baumarkt passen hier fast nie direkt. Die Alternative sind Sondermaße, Maßanfertigungen oder ein Rückbau der alten Öffnung auf ein Standardmaß. Welche Lösung die beste ist, hängt von der konkreten Situation ab. Ein Fachbetrieb misst die Öffnungen vor Ort sauber auf und plant dann den passenden Türtyp.

Typisch im Altbau: Blockzarge vs. Umfassungszarge

Alte Altbauten haben oft eine sogenannte Blockzarge oder Futterzarge, die direkt im Mauerwerk sitzt und die ganze Wandstärke umfasst. Moderne Türen werden meist mit einer Umfassungszarge geliefert, die deutlich dünner ist und für Wände von etwa 10 bis 20 cm gedacht ist. Wer in einen Altbau eine Umfassungszarge einbauen möchte, braucht entweder eine spezielle Sonderanfertigung oder muss den Einbau mit Zusatzkonstruktionen anpassen. Das ist kein Problem, aber ein echter Kostenpunkt.

Zargenarten im Überblick

Bevor wir über Preise sprechen, lohnt sich ein Blick auf die drei wichtigsten Zargenarten, die in deutschen Wohnungen und Häusern vorkommen.

Zargenart Wo üblich Besonderheiten
Umfassungszarge Neubauten, Trockenbau, modernere Bauten dünn, umschließt die Wand, Standard im Baumarkt
Blockzarge / Futterzarge Altbauten mit dicken Wänden massive Holzkonstruktion, komplette Wandstärke
Stahlzarge ältere Bauten und öffentliche Gebäude schwer, lange haltbar, optisch oft veraltet
Renovierungszarge Sanierung über bestehender Zarge wird auf die alte Zarge aufgesetzt, spart Abbruch

Die Wahl der Zargenart entscheidet maßgeblich über die Kosten und den Aufwand. Eine Renovierungszarge zum Beispiel ist deutlich günstiger in der Montage als ein kompletter Rückbau der alten Zarge. Sie ist eine elegante Lösung, wenn die alte Zarge noch gerade sitzt und nur die Optik nicht mehr stimmt.

Preise für das Türblatt: realistische Bandbreiten

Das Türblatt selbst ist der Teil, der sich öffnet und schließt. Die Preise variieren stark je nach Material, Oberfläche und Ausstattung. Die folgenden Werte sind realistische Orientierungswerte für Bremen und Umgebung, Stand 2025/2026. Sie beziehen sich auf eine Standardgröße von 860 x 1985 mm.

Türblatt-Typ Preisrahmen pro Stück Typischer Einsatz
CPL-Beschichtung einfach weiß ca. 80 bis 180 € Standard in Miet- und Eigentumswohnungen
CPL in Holzdekor ca. 120 bis 250 € moderne Wohnhäuser, robust und pflegeleicht
Echtholzfurnier ca. 200 bis 450 € hochwertige Optik mit natürlicher Maserung
Vollholz Buche oder Eiche ca. 350 bis 800 € langlebige Premiumlösung, auch im Altbau passend
Tür mit Glaseinsatz Aufpreis ca. 80 bis 200 € für Flure und Durchgänge, mehr Licht
Schallschutztür Klasse SK1 (Rw,P 32 / am Bau 27 dB) ca. 250 bis 500 € erhöhte Anforderung in Wohnungen
Schallschutztür Klasse SK2 (Rw,P 37 / am Bau 32 dB) ca. 350 bis 700 € Schlafzimmer, Büro, Homeoffice
Schallschutztür Klasse SK3 (Rw,P 42 / am Bau 37 dB) ca. 600 bis 1.200 € Praxis, sensible Räume

Beim Kauf lohnt sich der Vergleich zwischen Baumarkt und Fachhandel. Der Fachhandel bietet meist mehr Optionen bei Oberflächen, Griffen und Sondermaßen. Die Preise sind dort teilweise etwas höher, dafür ist die Qualität der Beratung und die Passgenauigkeit besser. Für eine komplette Sanierung mit mehreren Türen lohnt sich der Fachhandel fast immer.

Preise für Zargen: der oft unterschätzte Posten

Viele Bauherren rechnen mit dem Türblatt und vergessen die Zarge. Dabei macht die Zarge einen erheblichen Teil des Gesamtpreises aus, vor allem wenn sie neu gesetzt werden muss.

Zargentyp Preisrahmen pro Stück Hinweis
Umfassungszarge Standard ca. 80 bis 180 € wird oft als Set mit dem Türblatt verkauft
Umfassungszarge für dickere Wände ca. 120 bis 250 € Sondermaß mit breiterem Futter
Blockzarge Altbau Standardmaß ca. 150 bis 350 € massive Holzausführung
Blockzarge Sonderanfertigung ca. 300 bis 700 € für ungewöhnliche Altbauöffnungen
Renovierungszarge ca. 150 bis 300 € wird auf die bestehende Zarge aufgesetzt
Stahlzarge ersetzen ca. 250 bis 500 € aufwendig, da meist Teil der Wandkonstruktion

Wer im Altbau eine ganze Tür ersetzt, sollte mit Zarge und Türblatt zusammen bei etwa 350 bis 900 Euro rechnen. Im Neubau oder bei modernen Türöffnungen liegen die Komplettsets eher zwischen 200 und 500 Euro pro Tür.

Was der Einbau kostet

Handwerker baut eine neue weiße Innentür in einen vorbereiteten Türrahmen in einer Bremer Wohnung ein

Der Einbau einer Innentür durch einen erfahrenen Handwerker dauert je nach Situation zwischen einer und zwei Stunden pro Tür, wenn die Zarge bereits sitzt und nur das Türblatt gewechselt wird. Wird die komplette Zarge ersetzt, sind zwei bis vier Stunden pro Tür realistisch. Bei Altbauten mit Sondermaßen kann es noch länger dauern.

Einbauleistung Preisrahmen pro Tür Besonderheiten
Türblatt tauschen, Zarge bleibt ca. 80 bis 180 € schneller Austausch bei intakter Zarge
Komplettaustausch mit neuer Umfassungszarge ca. 200 bis 400 € Standardfall im modernisierten Bestand
Komplettaustausch im Altbau mit Blockzarge ca. 300 bis 600 € mehr Aufwand durch krumme Maße
Alte Stahlzarge ausbauen und ersetzen ca. 350 bis 700 € deutlich aufwendiger, oft mit Wandarbeiten
Einbau einer Renovierungszarge ca. 150 bis 300 € schneller und günstiger als kompletter Rückbau

Ob ein Handwerker die Einbauten pauschal pro Tür oder nach Stundenaufwand abrechnet, hängt vom Betrieb ab. In beiden Fällen sollten Sie ein klares Angebot mit Leistungsumfang einfordern. Achten Sie darauf, was genau enthalten ist: Demontage der alten Tür, Entsorgung, Vorbereitung der Öffnung, Einbau, Justierung, Kleinmaterial und Abschlussarbeiten wie Silikonfugen oder Anstrich der Zarge.

Sie planen, die Innentüren in Ihrem Bremer Haus austauschen zu lassen? Wir messen vor Ort auf, beraten zu passenden Türtypen und Zargen und geben Ihnen eine klare Einschätzung zu Kosten und Ablauf. Ohne Verkaufsdruck, dafür mit klarer Kalkulation.

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Beispielrechnung: 7 Innentüren in einem Reihenhaus

Um die Dimensionen greifbar zu machen, hier ein typischer Fall aus unserer Praxis. Ein Reihenhaus in Bremen aus den 1970er Jahren, sieben Innentüren plus Bad-Tür, Standardmaße, Austausch im Rahmen einer Modernisierung.

Posten Menge Orientierungskosten
Innentüren CPL weiß 860×1985 mit Zarge 6 Stück ca. 1.500 bis 2.700 €
Bad-Tür mit Glaseinsatz 1 Stück ca. 350 bis 600 €
Einbau aller 7 Türen durch Fachbetrieb Pauschal ca. 1.400 bis 2.600 €
Entsorgung alte Türen und Zargen Pauschal ca. 150 bis 300 €
Kleinmaterial, Drückergarnituren, Schlüssel 7 Sets ca. 250 bis 500 €
Gesamt ca. 3.650 bis 6.700 €

Diese Bandbreite ist bewusst weit gefasst, weil jeder Einbau eigene Besonderheiten mitbringen kann. Wer Türen in höherer Qualität oder mit besonderen Anforderungen wie Schallschutz möchte, sollte etwas mehr einplanen. Eine Modernisierung mit hochwertigen Echtholztüren im Altbau kann auch deutlich über diesen Werten liegen.

Schallschutz: wann sich bessere Türen wirklich lohnen

Einfache Standard-Innentüren haben oft keinen nennenswerten Schallschutz. Stimmen, Musik und Fernsehgeräusche wandern fast ungehindert durch Türen und Türspalten. Im Alltag ist das in vielen Wohnungen ein unterschätzter Faktor. Wer Ruhe will, sollte zumindest beim Schlafzimmer und beim Homeoffice über eine Schallschutztür nachdenken. Die Schallschutzklassen sind in DIN 4109 geregelt. Wichtig: Hersteller geben oft den Laborwert (Rw,P) an, der am Bau tatsächlich erreichte Wert (Rw,R) liegt wegen eines Vorhaltemaßes rund 5 dB darunter.

  • Schallschutzklasse SK1: Laborwert 32 dB, am Bau 27 dB. Erhöhte Anforderung gegenüber Standard, Basisschutz im Wohnungsbau.
  • Schallschutzklasse SK2: Laborwert 37 dB, am Bau 32 dB. Die übliche Empfehlung für Schlafzimmer, Arbeitszimmer und Homeoffice.
  • Schallschutzklasse SK3: Laborwert 42 dB, am Bau 37 dB. Sinnvoll für Praxen, Kanzleien und sehr ruhebedürftige Räume.

Wichtig zu wissen: Eine Schallschutztür wirkt nur, wenn Zarge, Dichtung und Bodenanschluss mitspielen. Ein undichter Bodenspalt zerstört die Wirkung schneller, als Sie denken. Gute Schallschutztüren haben deshalb meist eine Bodenabsenkdichtung, die beim Schließen der Tür den Spalt verschließt. Wer eine SK2-Tür in eine einfache Standardzarge einbaut, verliert einen Großteil der Wirkung. Die Zarge muss entsprechend der Türklasse mitbestellt werden.

Praxistipp: Schallschutz muss zur Wand passen

Eine hochwertige Schallschutztür in einer schalltechnisch schwachen Wand bringt wenig. Wenn die Wand selbst Geräusche durchlässt, ist die beste Tür nur ein Teil der Lösung. Wer wirklich Ruhe haben will, denkt die Tür und die angrenzende Wand zusammen. Mehr Hintergrund dazu finden Sie im Beitrag zum Schallschutz im Altbau.

Typische Fehler beim Austausch von Innentüren

Fehler 1: Ohne Aufmaß bestellen

Wer im Baumarkt eine Tür nach Schätzung der Öffnung kauft, bekommt im Altbau fast immer eine Tür, die nicht passt. Ein sauberes Aufmaß mit Maßstab, Wasserwaage und Tiefenlehre ist Pflicht. Besonders im Altbau, wo die Öffnungen selten rechtwinklig sind.

Fehler 2: Zarge und Wandstärke nicht abgestimmt

Umfassungszargen werden in Breitenklassen verkauft, die zur Wandstärke passen. Wer eine Zarge für eine dünnere Wand kauft, als er hat, steht später mit einer Tür, die nicht sauber anschließt.

Fehler 3: Alte Dichtungen übersehen

Wer die alte Zarge behält und nur das Türblatt tauscht, muss die Dichtungen prüfen. Harte, verhärtete Dichtungen verhindern, dass die neue Tür sauber schließt und leise läuft.

Fehler 4: Falsche Drehrichtung bestellt

Türen gibt es in DIN Links und DIN Rechts. Wer das verwechselt, bekommt eine Tür, die in die falsche Richtung öffnet. Vor der Bestellung von außen in den Raum schauen und festlegen, wohin die Tür sich öffnet.

Fehler 5: Bodenbelag nicht berücksichtigt

Neue Teppiche oder Vinylböden verändern die Höhe und beeinflussen, ob die Tür überhaupt noch über den Boden geht. Wer Boden und Türen gleichzeitig erneuert, sollte die Reihenfolge bewusst planen.

Fehler 6: Günstigste Drücker gewählt

Die Beschläge und Drücker werden im Alltag am häufigsten angefasst. Bei billigen Griffen spürt man schnell, dass etwas nicht stimmt. Ein guter Drücker kostet kaum mehr und hält deutlich länger.

Fehler 7: Schallschutz-Wirkung überschätzt

Eine Tür allein macht noch keinen Raum ruhig. Wer Schallschutz plant, sollte Wände und Boden mitdenken. Die Tür ist ein Baustein, kein Alleskönner.

Der richtige Zeitpunkt im Sanierungsablauf

Wer mehrere Gewerke sanieren lässt, sollte Türen nicht am Anfang erneuern. Sie gehören in eine spätere Phase, in der die Wände bereits fertig sind, der Boden liegt und keine großen Transporte mehr durchs Haus laufen. Eine bewährte Reihenfolge sieht so aus:

  1. Rohbau, Statik, tragende Änderungen
  2. Elektrik und Sanitärleitungen
  3. Putz, Trockenbau, Estrich
  4. Boden und Wandanstrich
  5. Innentüren einbauen
  6. Bäder und Küche final einbauen
  7. Feinputz, Maler, Silikonfugen

Wer die Türen früher einbaut, riskiert Beschädigungen durch den laufenden Baustellenbetrieb. Kratzer auf einem neuen Türblatt sind ärgerlich, vor allem wenn der Handwerker dann noch nachbessern muss. Mehr zur allgemeinen Reihenfolge einer Sanierung finden Sie im Beitrag Haus sanieren Reihenfolge.

Wann sich eine Erneuerung der Fenster gleich mit anbietet

Wer die Innentüren tauschen lässt, steht häufig auch vor der Frage, ob nicht gleich die Fenster mit erneuert werden sollten. Beide Gewerke laufen über denselben Ausbaupfad und profitieren von einer gemeinsamen Planung. Fenster sind ein eigenes Thema mit eigenen Kosten und eigenen Regeln, die sich an anderer Stelle ansehen lassen. Eine ausführliche Preisübersicht finden Sie im Beitrag zu den Fenster austauschen Kosten. Wer beide Gewerke gemeinsam denkt, spart Koordinationsaufwand und oft auch Geld.

Praxisbeispiel: Altbau im Bremer Westen

Ein typischer Fall aus unserer Arbeit: Eine Altbauwohnung im Bremer Westen mit fünf alten Holztüren aus den 1930er Jahren. Die Substanz war stabil, die Optik deutlich überholt, und die Zargen saßen wackelig in den dicken Altbauwänden. Die Eigentümer wollten im Zuge einer Komplettmodernisierung neue Türen, die zum modernisierten Gesamteindruck passen, aber den Altbaucharakter nicht völlig verlieren.

Die Lösung:

  • Alte Zargen komplett entfernt, Mauerwerk und Putz an den Anschlussstellen ausgebessert
  • Fünf neue Blockzargen in Sonderanfertigung für die dicken Wände, in weißer Lackierung
  • Vier Türblätter in schlichter weißer CPL-Oberfläche, eine Schallschutztür zum Schlafzimmer
  • Hochwertige Drückergarnituren in mattem Edelstahl
  • Sorgfältiger Anschluss an den neuen Parkettboden mit sauberen Schnittkanten

Gesamtkosten lagen zwischen 4.500 und 6.000 Euro, Einbauzeit etwa drei Arbeitstage. Das Ergebnis: Ein moderner Eindruck, der trotzdem zur Altbauarchitektur passt, ohne dass die Wohnung ihren Charakter verloren hätte.

Checkliste: Was Sie vor der Bestellung wissen sollten

  • Genaues Aufmaß jeder Türöffnung, inklusive Wandstärke und Bodenhöhe
  • Richtung (DIN Links oder DIN Rechts) pro Tür klar festlegen
  • Zustand der vorhandenen Zarge prüfen und Entscheidung für komplett neu oder Renovierungszarge treffen
  • Gewünschte Oberfläche klären, am besten an Mustern vor Ort
  • Schallschutz nur dort planen, wo er wirklich etwas bringt
  • Passende Drücker und Beschläge mitbestellen, damit nichts fehlt
  • Beim Fachhandel auf saubere Aufmaßbeleg und klare Lieferzeit bestehen
  • Einbauzeitpunkt in die Gesamtplanung der Sanierung einordnen

Diese Schritte kosten wenig Zeit, aber sie ersparen bei der Bestellung und beim Einbau fast alle Standardfehler. Wer sich unsicher ist, lässt die Messung und die Beratung durch einen Fachbetrieb machen. Das ist bei größeren Vorhaben oft kostenfrei und zahlt sich durch passgenaue Türen mehr als aus. Mehr zu den Vorteilen einer koordinierten Sanierung finden Sie im Beitrag Sanierung aus einer Hand. Für den Kontext bei Altbauten lohnt sich auch der Beitrag Altbau sanieren.

Neue Innentüren in Bremen: von der Messung bis zum Einbau

Wir messen Ihre Türöffnungen vor Ort auf, beraten zu passenden Türtypen und Zargen und bauen die neuen Türen sauber ein. Auch bei Altbauten mit ungewöhnlichen Maßen. Sprechen Sie uns an, wenn Sie eine klare Einschätzung zu Aufwand und Kosten brauchen.

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Fazit: Innentüren sind überschaubarer als gedacht, brauchen aber sauberes Aufmaß

Der Austausch von Innentüren ist ein handwerklich gut zu planender Schritt, der in vielen Modernisierungen unterschätzt wird. Die Kosten sind überschaubar, wenn die Türöffnungen Standardmaße haben. Im Altbau mit Sondermaßen steigt der Aufwand, bleibt aber planbar. Wichtig ist ein sauberes Aufmaß vor der Bestellung, eine ehrliche Einschätzung, welche Türen wirklich ausgetauscht werden müssen, und die richtige Einordnung in die Gesamtsanierung. Wer diese drei Punkte beachtet, hat am Ende ein deutlich frischeres und ruhigeres Zuhause ohne böse Überraschungen bei der Rechnung.

FAQ: Häufige Fragen zum Austausch von Innentüren

Was kostet eine neue Innentür im Durchschnitt inklusive Einbau?

Für eine Standardgröße mit CPL-Beschichtung liegen die Komplettkosten mit Zarge und Einbau in Bremen meist zwischen 400 und 800 Euro pro Tür. Im Altbau mit Sondermaßen und Blockzarge sind es eher 600 bis 1.200 Euro. Hochwertige Echtholztüren oder Schallschutztüren können deutlich darüber liegen.

Kann ich Innentüren selbst einbauen?

Bei einfachem Türblatt-Wechsel mit vorhandener Zarge ist das handwerklich versierten Heimwerkern möglich. Ein kompletter Austausch mit neuer Zarge ist anspruchsvoller, vor allem im Altbau. Wer unsicher ist, spart beim Fachbetrieb am Ende mehr als der reine Stundenlohn kostet.

Welche Türgröße ist Standard in Deutschland?

Die häufigste Innentürbreite ist 860 mm bei einer Höhe von 1985 mm. Weitere Standardbreiten sind 610, 735, 985 und 1110 mm. Neuere Wohnungen mit höheren Räumen verwenden oft Türen mit 2110 mm Höhe. Im Altbau weichen diese Maße häufig ab.

Was ist der Unterschied zwischen Umfassungszarge und Blockzarge?

Eine Umfassungszarge umschließt die Wand von beiden Seiten mit einer dünnen Holzkonstruktion, Standard in modernen Wänden bis etwa 20 cm Stärke. Eine Blockzarge ist eine massive Holzkonstruktion, die direkt im Mauerwerk sitzt und für dicke Altbauwände gedacht ist. Blockzargen sind teurer, aber im Altbau oft die einzige sinnvolle Lösung.

Wie lange dauert der Austausch einer Innentür?

Ein reiner Türblatt-Tausch dauert etwa eine Stunde pro Tür. Ein Komplettaustausch mit neuer Zarge liegt bei zwei bis vier Stunden. Im Altbau mit Sondermaßen kann eine Tür einen halben Tag dauern, weil die Zarge exakt angepasst werden muss.

Lohnt sich eine Schallschutztür?

Ja, aber nicht überall. Für Schlafzimmer, Arbeits- und Homeoffice-Türen ist in der Regel SK2 die passende Wahl. SK1 ist die erhöhte Basisklasse, SK3 eher für Praxen und sehr sensible Räume gedacht. Entscheidend ist, dass Zarge, Dichtung und Bodenanschluss zur Türklasse passen, sonst geht ein Großteil der Wirkung verloren.

Kann ich im Altbau Standardtüren verwenden?

Selten. Altbauten haben oft breitere oder höhere Öffnungen und dickere Wände. Standardtüren passen in den meisten Fällen nicht direkt. Die Lösung sind Sondermaße, Maßanfertigungen oder die Anpassung der Öffnung auf ein Standardmaß.

Müssen die Türen farblich einheitlich sein?

Nein, aber es wirkt optisch ruhiger. Wenn Sie mehrere Türen im selben Zuge tauschen, lohnt sich eine gemeinsame Linie bei Oberfläche, Drücker und Zargenfarbe. Das macht den Raum optisch größer und hochwertiger, ohne dass einzelne Türen als Fremdkörper auffallen.

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